Durch die Wildnis Gran Canarias

Oft werde ich gefragt wo und wie ich all meine Wildnis-Fähigkeiten gelernt habe. Ich habe Kurse und Ausbildungen besucht, doch die wichtigste Säule meines Lernens waren schon immer meine Reisen und Touren. Ich bereite mich teilweise bis zu zwei Jahre auf solche Abenteuer vor und verschlinge im Vorfeld alles Wissenswerte über mein Reiseziel. Ich lese Bücher über Botanik und Ethnologie, höre mir Vorträge anderer Reisende an, besuche Völkerkunde- und Archäologiemuseen und tausche mich mit erfahrenen Anthropologen und Biologen aus. So ergibt sich nach und nach ein immer detaillierteres Bild und ich kann vor Ort tief in die Natur, Tradition und das Leben eintauchen. Um einheimisch zu werden. Die Vorbereitungen zu Hause helfen mir dann, von den wahren Profis im Reiseland zu lernen: Indigene, Fischer, Wilderer, Tuk-Tuk Fahrer, Forscher, Soldaten und viele mehr.

In diesem Artikel nehme ich euch mit nach Gran Canaria auf eine einwöchige Bushcraft- und Survival-Tour. Durch das gesammelte Hintergrundwissen kamen wir tief in Kontakt mit der Wildnis und wurden Teil lebendiger Geschichte einer sehr naturverbundenen Urbevölkerung.

Die Tour

Abseits der Strandtouristenhochburg Maspalomas gibt es auf Gran Canaria atemberaubende Natur und eine spannende Geschichte der Erstbesiedler zu entdecken.

Gerade rund um Weihnachten, wenn es in Deutschland nasskalt ist, lohnt sich der Besuch der kanarischen Natur. Abseits der bekannten Tagesausflugsziele trifft man kaum auf Menschen. In den Bergen kann es an wenigen Tagen im Jahr schneien, während ganzjährig die Temperaturen am Strand zum Schwimmen einladen.

Nach der Ankunft am Flughafen fahren wir mit dem Bus 66 zum Faro de Maspalomas. Von dort sind es nur wenige Meter zu Fuß, um einen Blick auf die berühmten Dünen zu erhaschen. Froh, dem ganzen touristischen Trubel schnell entfliehen zu können, gehen wir zurück zur Bushaltestelle und fahren mit dem Bus 18 zum Startpunkt unserer Wandertour. Dieser liegt drei Kilometer westlich von Ayacata, und nennt sich „Hoya de la Vieja“. Diese Haltestelle steht nicht auf dem Busfahrplan. Wir sagen dem Busfahrer, dass wir an der GC-600 bei Km 12 aussteigen möchten, er weiß bescheid.

Schon während der Busfahrt wird uns bewusst, warum Gran Canaria „Miniaturkontinent“ genannt wird. Sich schnell abwechselnde Vegetationszonen und Geländeformationen prägen die Insel. Die kanarischen Inseln sind aus einer Reihe vulkanischer Ausbrüche im Atlantik entstanden, die vor 36 Millionen Jahren begannen. Dieser Ursprung prägt bis heute die Landschaft mit steilen Klippen, schwarzen Sandstränden, sowie tiefen Schluchten, die ins Meer herabführen. Um sich über diese tiefen Barrancos auf lange Distanzen verständigen zu können nutzten die Ureinwohner der Insel eine Pfeifsprach. Auf La Gomera wird eine Variante von El Silbo bis heute in der Schule unterrichtet. Vulkanische Aktivitäten zeigen sich nach wie vor auf den Kanaren. Der letzte Ausbruch war 1971 auf La Palma und 2011 gab es Magmaaustritte im Meer bei El Hierro.

Von den acht bewohnten kanarischen Inseln, die rund 100 km westlich des afrikanischen Festlands entfernt liegen, ist Gran Canaria mit etwa 1000 km Wegenetz bei einem Inseldurchmesser von 50 km am besten für Naturbegeisterte ausgebaut. 40 % der Inselfläche sind als UNESCO Biosphärenreservat ausgewiesen.

Unsere Tour startet in einer traumhaften Bergwelt. Nach kurzer Zeit kommen wir an einem See vorbei, der als Wasserspeicher ausgebaut wurde und stoßen auf den ersten Kiefernwald.

In allen Teilen Spaniens ist das Wildcampen verboten. Doch wenn wir den Grundsatz des skandinavischen allemansrätten „nicht stören und nicht zerstören“ beachten, ist auch das wilde Zelten möglich, wenn auch nicht erlaubt. Wir halten uns dabei an einfache Tarndisziplin, bauen das Zelt abseits von Wegen und Häusern erst in der Dunkelheit auf und morgens vor Tagesanbruch wieder ab. Da um 18 Uhr Sonnenuntergang und um 7:30 Uhr Sonnenaufgang ist, bleibt genug Zeit zum Schlafen. Selbstverständlich hinterlassen wir keinen Müll und beschädigen keine lebenden Pflanzen. Auch das Biwakieren ist gut möglich, besonders in einer der zahlreichen Höhlen oder hinter einer Trockenmauer als Windschutz. Bis jetzt habe ich noch von niemandem gehört, der Probleme mit Anwohnern oder der Polizei durch wildes Campen auf den Kanaren bekommen hätte.

Unser Weg führt uns weiter hinauf zum Roque Nublo, dem Wahrzeichen der Insel. Der Gipfelaufbau besteht aus zwei großen Felsblöcken, dem Froschfelsen und dem Nebelfelsen. Diese sind nur kletternd machbar, Bohrhaken sind auf einigen Routen vorhanden. Vom Gipfelplateau aus haben wir eine fantastische Aussicht in alle Richtungen. Nicht weit entfernt ist der höchste Berg der Insel zu sehen, der Pico de las Nieves. Durch seine große militärische Radaranlage auf der Spitze ist dieser aber nicht attraktiv zum Wandern.

Einige der vielen Wanderwege sind sogenannte Caminos Reales. Nach der Übernahme der Kanaren durch die Spanier wurden diese von der königlichen Kasse bezahlten Wege angelegt, um auch die schwer zugänglichen Bergdörfer in den Handel mit einzubeziehen. Bis heute sind diese teils gepflasterten Wege erhalten. Andere Wanderwege werden mit Schildern und Steinmännchen markiert. Eine detaillierte Beschilderung mit Laufzeiten, wie es in den Alpen üblich ist, findet sich nicht.

Weiter geht’s hinab nach La Culata und über einen anstrengenden Aufstieg zum Cruz de Tejeda. Der Weg führt uns weiter Richtung Artenara, auf einem Pfad in der Steilwand südlich am Gipfel des Moriscos vorbei. Kurz darauf kommen wir zu den Cuevas de Caballero. Diese Höhlen wurden von den Altkanaren in den Felsen geschlagen und vermutlich als rituelle Stätte genutzt.

Unter den Ureinwohnern der Kanaren, den Guanchen, versteht man die Inselbewohner vor der spanischen Übernahme im 15. Jahrhundert, die bis dahin keinerlei Metall nutzten. Archäologen gehen davon aus, dass die ersten Besiedler im 5. Jahrhundert vor Christus aus Nordafrika oder Westeuropa, geleitet vom Passatwind und dem Kanarenstrom, auf Booten zu den Inseln kamen. Es folgten mehre Einwanderungswellen. Parallel entwickelten sich auf den Inseln verschiedene Kulturen, jedoch sehr ähnliche Technik, vergleichbar mit vielen anderen vormetallischen Völkern. Tiere wurden im Ganzen verarbeitet. Fleisch und Organe wurden gegessen, Sehnen zu Schnüren weiterverarbeitet, die Häute genutzt und aus Knochen Werkzeuge und Spitzen gefertigt.

Durch Gasblasen in den Felsen vulkanischen Ursprungs gibt es zahlreiche natürliche Höhlen. Die Ureinwohner nutzen diese als Häuser, bauten sie zum Teil aus und schlugen selbst Höhlen in den Felsen. Diese Bauten überdauerten Jahrhunderte und werden auf unterschiedliche Weise noch heute genutzt. Einige sind als historische Fundstelle mit Gittern verschlossen. Andere sind Teile von noch heute bewohnten Häusern. Durch den wärmepuffernden Effekt der Felsen herrschen in diesen bewohnten Höhlen das ganze Jahr über angenehme 18 – 20 °C. In Artenara, dem höchsten Dorf der Insel, kann man diese noch genutzten Wohnhöhlen besichtigen. Andere Höhlen werden wiederum als Ziegenstall genutzt.  Nördlich der Inselhauptstadt Las Palmas liegen auf der Halbinsel La Isleta die Cuevas de los Canarios in der Südflanke des Altos del Confital. Der Zugang zu diesen altkanarischen Höhlen wurde nach einem Bergrutsch 2014 verschlossen. Doch, offensichtlich geduldet, ist in die größte Höhle ein Mitarbeiter einer Bank eingezogen und lebt dort seit Jahren ein Doppelleben als Höhlenmensch. Außerdem tummeln sich hier Aussteiger und Rucksackreisende, die in den Höhlen eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben. Meerblick garantiert!

Unsere Wandertour führt uns weiter von Artenara Richtung Westen zum schönen, bewaldeten Tamadaba. Diesen umrunden wir westlich und gelangen vorbei am Casa Forestal zur Zona de acampada llanos de la Mimbre, ein offizieller Campingbereich mit Frischwasseranschluss. Hier ist das Campen kostenlos erlaubt, nachdem eine Online-Registrierung durchgeführt wurde. Da wir auf diesen Platz durch Zufall stoßen, haben wir uns nicht registriert. Andere Camper erzählen, dass vormittags gegen elf Uhr kontrolliert wird, weswegen wir rechtzeitig davor aufbrechen. Der Campingbereich ist ein Mekka für Kletterer, da direkt attraktive Kletterfelsen unterschiedlicher Schwierigkeiten, zum Teil mit Bohrhaken gesichert, angrenzen.

Ab jetzt heißt es Abstieg. Auf unserer letzten Etappe zum Meer geht es zum Teil in steilen Serpentinen hinab, wieder durch unterschiedliche Vegetationszonen. Schon aus der Ferne ist das Meer zu erblicken und mit jedem Schritt wird die salzige Meeresbriese intensiver. Wir laufen den Weg Richtung Agaete. Kurz vor der Küste treffen wir auf eine Straße, der wir nicht nach rechts zur Stadt, sondern stattdessen nach links zum Playa de Guayedra folgen. Ein kurzer, aber anstrengender Abstieg von der Straße führt uns zu einem wunderschönen Strand mit schwarzem Sand, runden Kieseln und ins Meer ragenden Felsen. Hier lassen wir im Sonnenuntergang bei einem Bad im Atlantik die Wandertour ausklingen. Vom Puerto de las Nieves fährt der Bus 103 nach Las Palmas. Von dort geht es mit dem Bus weiter zum Flughafen.

Für eine detaillierte Tourenbeschreibung könnt ihr euch aus den folgenden Tagestouren aus dem Rother Wanderführer (Gran Canaria, 2016) die oben beschriebene Strecke zusammenstellen und nach Belieben variieren:

2 –> 25 –> 10 –> 13 –> 16 –> 19 –> 52 –> 53

Das Wasser

Aufgrund weniger Regentage und warmer Temperaturen kann Trockenheit auf den Kanaren schnell zu einem Problem werden. Die frühen Bewohner Gran Canarias legten deswegen zahlreiche Stauseen, Zisternen und Wasserrinnen an, die sich weit durch die Bergwelt zogen. So wurde es möglich, Wasser bedarfsgerecht zu nutzen. Dies führte dazu, dass neben der Viehwirtschaft von Ziegen, Schafen und Schweinen, auch die Landwirtschaft mit Gerste, Weizen und Bohnen möglich wurde. Noch heute sind zum Teil diese uralten Bewässerungssysteme vorhanden, ergänzt durch moderne Wasserhäuschen und Schläuche.

Diese omnipräsenten Wassereinrichtungen können wir uns zunutze machen und Wasser für unterwegs abzapfen. Als wir Ende Dezember vor Ort waren, hatte es kurze Zeit zuvor geregnet, sodass es auch kleine Bachläufe und Pfützen zum Wasserabfüllen gab. Wer einen schwachen Magen hat, kann auf Nummer sicher gehen und zu dem klaren Wasser noch Micropur-forte hinzugeben, oder kocht es ab. Auf nach Schwefel riechendes Wasser sollte verzichtet werden.

Die endemische Kanaren-Kiefer (Pinus canariensis) hat sich durch verschiedene Mechanismen an das trockene Klima angepasst. Die bis zu 30 cm langen Nadeln können die Wolken regelrecht „auskämmen“. Dadurch entsteht Kondensationswasser, eine zusätzliche Flüssigkeitsversorgung der Pflanzen. Verstärkt wird dieser Effekt durch die teilweise massiv vorkommenden Bartflechten (Usnea spp.). Durch den Nordostpassat wird die feuchtwarme Atlantikluft an den Berghängen hochgedrückt, dort kühlt sie ab, die Feuchtigkeit kondensiert und es bildet sich Nebel und Tropfen an den Kiefernadeln. Diese können mit einem Tuch aufgesaugt werden. Das Tuch wird anschließend ausgerungen und das Wasser aufgefangen.

Eine weitere Möglichkeit um an Flüssigkeit zu gelangen, ist das Fruchtfleisch und den saftigen Teil der wie fleischige Blätter aussehenden Langtriebe der sukkulenten Kaktusfeigen (Opuntia ficus-indica et al.) zu essen. Auf Gran Canaria wurden vier Arten dieser aus Amerika stammenden Gattung aus der Familie der Kakteengewächse eingeführt und sind auf weiten Teilen der Insel verbreitet. Vorsichtig werden die Dornen und feinen Glochiden (mit Wiederhaken besetzte feinste Dörnchen, die eine Sabra-Dermatitis auslösen können) entfernt, die Kaktusfeige bzw. der grüne Trieb geschält und gegessen. Geschmacklich ist die Frucht auf jeden Fall die bessere Wahl. Um Wasser zu transportierten lässt sich aus einem fleischigen Trieb ein kleines Gefäß herstellen, indem dieses am Ansatz gekappt und innen gespalten wird. Um es offen zu halten kann man ein kleines Stöckchen dazwischen spannen.

Die Nahrung

Hier eine kleine Auswahl an Leckereinen die es auf Gran Canaria zu entdecken gibt: Als Hauptvertreter der Familie der Buchengewächse findet sich die Esskastanie (Castanea sativa). Die Schale der braunen Nuss wird eingeritzt und im Ganzen geröstet. Es ist auch möglich die Nüsse zu schälen, zu kochen, zu zerstampfen und aus dem so gewonnenen Teig Fladen zu backen. Die kohlenhydratreiche Nussfrucht liefert viel Energie.

Die roten Fruchtschalen der Hunds-Rose (Rosa canina) sind ein schneller take-away-Snack. Die ganzen Früchte können auch für ca. 15 Minuten gekocht werden. Anschließend werden die Früchte zerstampft, sodass die kleinen enthaltenen Nüsschen zerdrückt werden. Aus diesem Brei können Fladen gebacken werden.

Wie alle Süßgräser ist Schilf (Phragmites spp.) essbar. Interessant sind hier die stärkereichen Rhizome, die ausgegraben, auf dem Feuer geröstet und gegessen werden.

Als herzhaften Snack bieten sich die Brutzwiebeln des Rosen-Lauchs (Allium roseum) an. Einfach ernten, schälen, genießen.

Die im spanischen Lapas genannten Napfschnecken (Patella spp.) werden seit den frühen Guanchen auf den Kanaren verzehrt, was zahlreiche archäologische Funde zeigen. Noch heute werden diese auf dem Markt angeboten. Verzehrt werden sie gekocht, gegrillt oder roh. Viele Schnecken können roh Krankheitserreger übertragen. Bei den Napfschnecken ist nur die Übertragung von Hepatitis A bekannt, wogegen geimpft werden sollte.  Die Schnecken sitzen auf den Felsen in der Gezeitenzone des Meerufers. Um sie abzulösen gibt es zwei Möglichkeiten. Ich verwende entweder vorsichtig (!) die Spitze meines Messers und fahre damit zwischen Fels und Schale bis sich die Schnecke ablöst und ich sie auffangen kann. Oder ich entzünde auf ihnen ein Feuer um sie zu kochen. Daraufhin lassen sie sich einfach mit der Hand ablösen.

Survival

Anhand von endemischen, also lokal begrenzt vorkommender Arten, lassen sich die Mechanismen der Evolution auf den Kanaren gut nachvollziehen. Die Kanaren-Kiefer zeigt die Eigenschaft große Hitze bei einem Waldbrand zu überstehen. Aufgrund der vulkanischen Aktivitäten kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Waldbränden. Durch die dicke Borke ist der Stamm besser vor Hitze geschützt als vergleichbare Arten. Außerdem kann der Baum nach einem Brand seitlich wieder austreiben, was zu bizarren Wuchsformen führt. Kohle alter Waldbrandschäden lässt sich wunderbar noch als Sonnenschutz einsetzen.

Auch heute noch kommt es immer wieder zu Waldbränden, ausgelöst durch den Menschen. Für den verantwortlichen Waldläufer ist es selbstverständlich kein Feuer in Gebieten mit Waldbrandgefahr zu entzünden, weder an Silvester, noch an einem anderen Tag.

Das besondere Gefahrenpotential liegt im Nadelstreu, das in der Trockenheit leicht entzündlich ist. Wir können diese abgestorbenen Nadeln wunderbar als Isolationsmaterial nutzen. Dazu wird eine kleine Höhle mit den langen Nadeln ca. 80 cm hoch aufgefüllt. Dieses warme Bett lädt zum Einkuscheln ein, sodass die Nadeln Isomatte und Decke zugleich bilden und die Höhle vor dem Wind schützt.

Bei der Wahl eines geeigneten Lagerplatzes sollte auf jeden Fall auf Steinschlaggefahr geachtet werden. Nicht nur direkt herunterfallende Brocken können zur Gefahr werden. Auch Steine, die Hänge herunterrollen, können mit Leichtigkeit ein Zelt und mehr zerstören.

Eine weitere Gefahr stellt die Kanaren-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis) dar. Das Natursymbol Gran Canarias enthält einen weißen Milchsaft, der, wie bei vielen Wolfsmilchgewächsen, giftig ist. Die Farbe des Saftes kommt durch unterschiedlich geformte Stärkekörnchen zustande. Die enthaltenen Diterpenester führen auf der Haut zu Entzündungen mit starker Rötung, Schwellung und Blasenbildung. Bei Kontakt mit den Augen kann es bis zur Erblindung kommen. Nach oraler Aufnahme kommt es zu Durchfällen, Erbrechen und Vergiftungserscheinungen bis hin zu Einschränkungen des Bewusstseins.

Die Guanchen nutzten angeblich die Kanaren-Wolfsmilch zum Fischfang, indem sie Fische in eine Bucht trieben und dort vergifteten.

Der oft zitierte Mythos, alle Pflanzen mit weißem Milchsaft seien giftig ist im Übrigen auf die Familie der Wolfsmilchgewächse zurückzuführen. Diese sind größtenteils giftig. Jedoch gibt es auch zahlreiche essbare Pflanzen aus anderen Familien mit weißem Milchsaft, wie zum Beispiel den Löwenzahn (Taraxacum spp. et Leontodon spp.).

Zum Abschluss noch ein Tipp: Sollte jemals ein Notfall eintreten und die Rettung wurde alarmiert, helfen zwei Notzeichen, um der Besatzung von Hubschraubern den Einsatz zu erleichtern: Beide Arme Y-Förmig nach oben gestreckt heißt „Yes - I need help!“ Ein Arm schräg nach oben, den anderen schräg nach unten, um den Zwischenbalken eines N darzustellen heißt: „No – I do not need help!“

Folgt dem Weg der Guanchen, geht raus und wählt statt Strandurlaub das Abenteuer. Ich wünsche euch ein sicheres Naturerlebnis auf den Kanaren!

Survival Training

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